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Bekanntgabe der Preisträger des Bayerischen Museumspreises der Versicherungskammer Kulturstiftung 2025

Laudatio von Herrn Franz Kränzler, Mitglied des Vorstands der Versicherungskammer Kulturstiftung, am 10. Juli 2025 um 11.00 Uhr in den Mainfrankensälen Veitshöchheim, Mainlände 1, 97209 Veitshöchheim

(Es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrter Herr Dr. Blübaum,

sehr geehrter Herr Regierungsrat,

meine sehr verehrten Damen und Herren aus den bayerischen Museen,

dass der Bayerische Museumspreis die unterschiedlichsten Museen, vom „großen Tanker“ bis zum kleinen Heimatmuseum, dazu ermuntert, sich für diese Auszeichnung zu bewerben, freut uns natürlich ganz besonders. Denn der Bayerische Museumspreis, den die Kulturstiftung der Versicherungskammer Bayern seit 1991 alle zwei Jahre im Rahmen des Bayerischen Museumstags vergibt, soll dazu dienen, gerade die nichtstaatlichen Museen in Bayern bei ihrer grundlegenden Kulturarbeit zu unterstützen und zu fördern.

Wer sind eigentlich die „nichtstaatlichen Museen“? Dieser, auf den ersten Blick vielleicht etwas sperrige Begriff, umfasst tatsächlich die Mehrzahl der bayerischen Museen – mehr als 1.200 Häuser. Denn die meisten bayerischen Museen befinden sich in nichtstaatlicher Trägerschaft, werden also durch Kommunen, Vereine, Glaubensgemeinschaften oder Privatpersonen betrieben. Sie pflegen, erhalten und vermitteln unser kulturelles Erbe, zu dem so unterschiedliche Dinge wie Tierpräparate und Trachten, Bocksbeutel und Bauernhäuser, aber auch Gebetsbücher und Gemälde gehören.

Bayern kann stolz sein auf seine vielfältige Museumslandschaft. Aber diesen Reichtum gilt es zu pflegen und zu unterstützen. Dazu will die Kulturstiftung der Versicherungskammer Bayern mit der Auslobung des Bayerischen Museumspreises beitragen.

Der Bayerische Museumspreis wird in zwei Kategorien vergeben:

  • ein Preis, dotiert mit 20.000,- €, geht an ein Museum mit haupt- oder nebenamtlich-wissenschaftlicher Leitung
  • ein Preis, dotiert mit 10.000,- €, an ein ehrenamtlich geführtes Museum

In diesem Jahr haben sich wieder Museen aus ganz Bayern um den Preis in seinen beiden Kategorien beworben. Sie haben das mit neuen, spannenden und innovativen Ausstellungen, mit der Darstellung ihrer engagierten Museumsarbeit oder auch dem Verweis auf ihre Forschungsarbeit getan. Wir haben uns sehr über die qualitativ hochwertigen Bewerbungen gefreut. Ein herzlicher Dank geht an alle Museumsleiterinnen und -leiter und natürlich auch alle, die sie unterstützen, ob haupt- oder ehrenamtlich engagiert: Sie leisten hier Tag für Tag Bemerkenswertes und sehr viele der Museen, die sich für den Museumspreis beworben haben, wären zweifellos preiswürdig.

Allerdings: Nur jeweils ein Museum der beiden Kategorien kann den Preis erhalten. So musste nach sorgfältiger Abwägung und intensiver Diskussion eine Auswahl getroffen werden. Das ist der Jury – so habe ich mir berichten lassen – nicht leichtgefallen.

Denn die Jury hat sich nicht nur auf die Bewerbungsunterlagen verlassen: Nach einer Vorauswahl hat sie für die finale Entscheidung die Museen ohne Vorankündigung – wo dies möglich war – besucht, um sich vor Ort selbst ein Bild zu verschaffen.

Die Mitglieder des Auswahlgremiums waren:

  • der Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Herr Dr. Dirk Blübaum
  • Frau Dr. Daniela Sandner vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege
  • der Leiter des 2023 ausgezeichneten Museums Rotes Schulhaus in Rinchnach, Herr Johannes Haslinger
  • und die Kuratorin der Versicherungskammer Kulturstiftung, Frau Isabel Siben.

Nun wollen Sie aber sicher unbedingt wissen, wer die diesjährigen Preisträger sind, und ich möchte Sie nicht länger warten lassen:

In der Kategorie der haupt- oder nebenamtlich-wissenschaftlich geleiteten Museen gratuliere ich dem Stadtmuseum Burghausen ganz herzlich!

Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen:

Mit der Eröffnung der Dauerausstellung zum Naturraum Salzach-Wöhrsee 2025 ist die Neukonzeption des bereits 1899 gegründeten Stadtmuseums in der Burg Burghausen abgeschlossen. Nach Burgleben, Stadtgeschichte und Kunst ist nun auch der Natur als übergeordnetem Thema ein eigenes Stockwerk in der mittelalterlichen Hauptburg gewidmet. Besonders hervorzuheben ist, dass über die gesamte Konzeptions- und Realisierungszeit aller Themen und Stockwerke die gestalterische Sprache wie auch die didaktischen Elemente als Einheit erscheinen, ohne heute veraltet zu sein. Gerade die digitalen Medien wurden so gestaltet, dass der Inhalt im Vordergrund steht und nicht die Technik.
„Naturraum Salzach-Wöhrsee“ behandelt auf anschauliche Weise naturkundliche und ökologische Fragestellungen in der Region um Burghausen.
Akustische und visuelle Elemente sowie eine geschickte Raumnutzung tragen dazu bei, den Museumsgästen ein stimmiges Gesamterlebnis zu bieten. Einfallsreiche Hands-on-Stationen vermitteln spielerisch viel Wissenswertes zu den Besonderheiten der Topographie, Pflanzen- und Tierwelt des Naturraums Salzach-Wöhrsee und warum es diesen zu schützen gilt. Die große Sammlung von Tierpräparaten des Museums ist klug in die Inszenierung eingebettet. Nicht nur Familien werden an dieser Dauerausstellung ihre Freude haben.

Wir gratulieren der langjährigen Museumsleiterin Frau Eva Gilch und ihrem ganzen Team sowie der Trägerin des Museums, der Stadt Burghausen, mit ihrem Bürgermeister Florian Schneider sehr herzlich zum Bayerischen Museumspreis 2025!

Nun zur Kategorie der ehrenamtlich geführten Museen: Hier geht der Bayerische Museumspreis 2025 an das Goldbachmuseum in Ergoldsbach.

Die Sammlung lokalhistorischer Objekte der Marktgemeinde Ergoldsbach war 40 Jahre lang im Keller des Rathauses untergebracht, wo ihre Bedeutung für die Ortsgeschichte kaum sichtbar werden konnte. Mit dem Umzug in das sanierte Stiegler-Anwesen, einem ehemaligen Wohnhaus wohlhabender Bierbrauer, wurde sie unter dem Motto „Z´samm“ komplett neu konzipiert und in Szene gesetzt.
Die Ausstellung stellt die lebendige Gemeinschaft in Ergoldsbach früher und heute in den Mittelpunkt. Der Grundgedanke „Z´samm“ wird in der Präsentation der Museumsobjekte konsequent durchgespielt – beginnend bei der archäologischen Abteilung über Bereiche zu Geselligkeit, Gesundheitsvorsorge, religiösen Gemeinschaften, zur Zusammenarbeit im Beruf oder zur Integration. Auch die dunkle Seite der Gemeinschaftsidee im Nationalsozialismus wird thematisiert und dargestellt, wie eine Gemeinschaft auch dagegen z‘sammstehen kann.
Gut lesbare Texte und eine anschauliche Präsentation erschließen die lokale Geschichte auf ganz neue Weise.
Der für Wechselausstellungen wie auch Bürgerversammlungen nutzbare Raum im Dachgeschoß betont nochmals, dass dieses Museum im Mittelpunkt seiner Gemeinde stehen will und soll. Die barrierefrei zugängliche Dauerausstellung ist eine Gemeinschaftsleistung, die ganz wesentlich dem Museumsverein Ergoldsbach zu verdanken ist.

Herzliche Gratulation im Namen der Versicherungskammer Kulturstiftung an den Vorsitzenden des Museum Goldbach e.V., Herrn Ludwig Kunert, der heute – ganz nach dem Museumsmotto „Z´samm“, nicht alleine, sondern mit Herrn Bürgermeister Ludwig Robold sowie einigen Vereinsmitgliedern gekommen ist. Wie es so schön auf der Webseite des Museums heißt, sorgt der Museumsverein dafür, dass das Museum lebt – mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement.

Ich bitte Sie alle um Applaus!

Ich darf nun die Träger des Bayerischen Museumspreises 2025,

Frau Eva Gilch vom Stadtmuseum Burghaussen mit ihrer Stellvertreterin Frau Ulbert-Wild sowie den 1. Bürgermeister von Burghausen, Florian Schneider, auf das Podium bitten

und ebenfalls Herrn Ludwig Kunert vom Museum Goldbach e.V. und den 1. Bürgermeister von Ergoldsbach, Ludwig Robold sowie die zur Preisverleihung mitgereiste Abordnung des Museumsvereins.

Und ich bitte auch für ein Foto Herrn Regierungsrat Stefan Bauer vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und Herrn Dr. Blübaum dazu.