Die neuen Richtlinien stärken ein zeitgemäßes, werteorientiertes Verständnis von Museumsarbeit entlang der fünf Kernprinzipien Gesellschaft, Professionalität, Bildung, Sammlung und Governance. Kulturerbe wird darin erstmalig als materiell, immateriell und digital verstanden. Neu oder verstärkt adressiert werden der verantwortungsvolle Einsatz digitaler Technologien und Medien – einschließlich solcher Risiken wie Falschinformationen, Umweltwirkungen und Datensouveränität. Die Richtlinien gehen auch auf die Klimakrise und Nachhaltigkeit ein, setzen sich mit der Rolle der Museen im Kolonialisierungsprozess auseinander, der Provenienzforschung in Sammlungen, Restitution und Rückgabe von Kunstwerken und Ausstellungsinhalten. Hinzu kommen die Rechte indigener Gemeinschaften und ihrer Zustimmung zur Ausstellung ihres kulturellen Erbes. Zudem steht die Achtung der Menschenrechte, der Kampf gegen Diskriminierung und systemischen Rassismus, sowie das physische, psychische und emotionale Wohlergehen der Mitarbeitenden und faire Arbeitsbedingungen im Fokus. Integriert wurde auch die 2022 in Prag verabschiedete ICOM Museumsdefinition.
Weitere Informationen von ICOM Deutschland (externer Link, öffnet neues Fenster)