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| Aktuelles: Zum Abschied von Dr. Dirk Blübaum als Leiter der Landesstelle

Mit dem 1. Juli 2026 endet meine Tätigkeit als Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Nach sechs ereignisreichen Jahren ist für mich damit der Zeitpunkt gekommen, in den Ruhestand zu treten und die Verantwortung in andere Hände zu legen.

Als ich die Leitung der Landesstelle am 1. Juli 2020 übernahm, befand sich die Museumswelt mitten in der Corona-Pandemie. Die folgenden Jahre waren geprägt von außergewöhnlichen Herausforderungen: den Auswirkungen der Pandemie, der Energiekrise, den zunehmenden Folgen des Klimawandels sowie neuen Anforderungen an den Kulturgutschutz. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Landesstelle habe ich versucht, die bayerischen Museen in dieser Zeit mit Beratung, Fördermitteln und praktischer Unterstützung bestmöglich zu begleiten. Auch wenn wir in wenigen Ausnahmefällen die erhoffte Hilfe nicht leisten konnten, waren wir doch bei Vielem erfolgreich.

Besonders freut mich rückblickend, dass es gelungen ist, den Bereich der Katastrophenprävention dauerhaft an der Landesstelle zu verankern. Was zu Beginn meiner Amtszeit noch ein neues und vielfach unterschätztes Handlungsfeld war, gehört heute selbstverständlich zu den Kernaufgaben einer modernen Museumsberatung. Dabei geht es sowohl um den Schutz von Kulturgut vor Naturkatastrophen, deren Häufigkeit und Intensität durch den Klimawandel zunehmen, als auch um Vorsorgemaßnahmen für Krisen- und Konfliktfälle. Sicherlich hat auch der Goldraub im Römer- und Keltenmuseum Manching die Aufmerksamkeit für diese Themen geschärft. Umso mehr bestätigt dieser Vorfall die Bedeutung der Entscheidung, den Kulturgutschutz frühzeitig als festen Bestandteil der Beratungsarbeit der Landesstelle zu etablieren. Heute verfügt die Landesstelle als einzige Museumsberatungsstelle in Deutschland über eine eigene Fachberatung für diesen Bereich.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war das Low-Energy-Projekt. Angestoßen durch die Energiekrise, stand hier die Frage im Mittelpunkt, wie Kulturgut nachhaltig erhalten werden kann, ohne dabei unnötig Ressourcen zu verbrauchen. Über viele Jahre hinweg galten in Museen oftmals sehr hohe Klimastandards als alternativlos. Die Folge waren Energieverbräuche, die teilweise mit denen großer öffentlicher Einrichtungen vergleichbar waren, ohne dass daraus zwangsläufig ein besserer Schutz der Sammlungen resultierte. Das Projekt trägt dazu bei, neue Wege aufzuzeigen, die den Erhalt unseres kulturellen Erbes mit ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit verbinden.

Ebenso freue ich mich darüber, dass es gelungen ist, die Provenienzforschung sowie die Fachberatung für jüdische Kultureinrichtungen durch neue Stellen dauerhaft an der Landesstelle zu etablieren. Damit konnten zwei wichtige Bereiche gestärkt werden, die über viele Jahre hinweg zwar als notwendig erkannt, jedoch nie dauerhaft umgesetzt wurden. Weniger erfolgreich war der Versuch, auch die Inklusionsberatung dauerhaft in der ursprünglich angestrebten Form zu verankern. Dennoch konnte die Beratung in diesem Bereich verbessert werden: Durch interne Umstrukturierungen wurde eine halbe Stelle für die Beratung zur digitalen Barrierefreiheit geschaffen. Diese Stelle übernimmt zugleich die Beratung zu digitalen Strategien der Museen und verdeutlicht damit, dass die Digitalisierung im Museumsbereich weiterhin ein wichtiges Handlungsfeld der Landesstelle bleibt.

Das die Digitalisierung ein bedeutendes Thema in Beratung und Förderung bliebt, zeigt sich unter anderem auch daran, dass die Websites der Landesstelle in den vergangenen Jahren grundlegend überarbeitet und neu aufgesetzt wurden. Dabei wurde die bisherige Internetpräsenz entsprechend den unterschiedlichen Nutzergruppen in zwei eigenständige Angebote aufgeteilt. Die eine Website richtet sich mit Informationen zu Beratung und Förderung gezielt an die Museen selbst, während das Museumsportal als reines Serviceangebot für Besucherinnen und Besucher die vielfältigen Angebote der Museen präsentiert. Beide Websites sind bereits weitgehend barrierearm gestaltet und haben kürzlich neue Erklärvideos in Deutscher Gebärdensprache erhalten. Zudem steht museen-in-bayern.de in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Besonders für kleinere Museen, die häufig weder über eine eigene Website noch über ausreichende Mittel für eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit verfügen, stellt dieses Angebot einen wichtigen Mehrwert dar. Soweit ersichtlich, handelt es sich hierbei sogar um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unter den Museumsberatungsstellen der Bundesländer.

Ein weiterer wichtiger Baustein der digitalen Weiterentwicklung der Museumsberatung ist die technische wie inhaltliche Neuaufstellung des landesstelleneigenen Mediaguides, der fabulAPP. Nachdem bis zum Jahr 2020 kein Museum die App erfolgreich in Betrieb nehmen konnte, gelang nach dem Wechsel des technischen Dienstleisters sowie einer grundlegenden Neuausrichtung des Schulungskonzepts die Trendwende. Seither sind die Zahlen erfolgreicher App-Launches deutlich angestiegen. Die Nachfrage nach den entsprechenden Schulungen ist inzwischen so groß, dass hierfür Wartelisten geführt werden müssen.

Insgesamt zeigt somit der Blick auf die vergangenen sechs Jahre, dass die Landesstelle ihre Aufgaben in wichtigen Bereichen erweitern und an die veränderten Anforderungen der Museumswelt anpassen konnte. Die Digitalisierung bleibt selbstverständlich ein bedeutendes Thema. Gleichzeitig haben wir den Fokus auch wieder stärker auf die Kernaufgaben von Sammlung und deren Bewahrung und Museumsarbeit gerichtet. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen erscheint mir diese Balance besonders wichtig.

Zweifellos steht die Landesstelle in der kommenden Zeit vor einem Umbruch. Es wird personelle Veränderungen und damit einhergehend vielleicht auch inhaltliche Neuausrichtungen geben. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesstelle auch künftig mit großem Engagement für die bayerischen Museen da sein werden. 

Zum Abschied möchte ich mich bei allen bedanken, die die Arbeit der Landesstelle in den vergangenen Jahren unterstützt, begleitet und mitgestaltet haben: ganz besonders bei den Kolleginnen und Kollegen, den Trägern, den Museumsverantwortlichen sowie den vielen engagierten Ehrenamtlichen im ganzen Freistaat. Die bayerische Museumslandschaft lebt von Ihrem Einsatz, Ihrer Leidenschaft und Ihrer Überzeugung, dass unser kulturelles Erbe bewahrt und weitergegeben werden muss. Darüber hinaus gilt mein Dank den Kolleginnen und Kollegen im Landesamt für Denkmalpflege und den zuständigen Mitarbeitenden des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Bedanken will ich mich auch bei Herr Dr. Kränzler und Frau Siben von der Kulturstiftung Versicherungskammer, wie auch bei Herr Dr. Krüger und Frau Blickenberger von der Bayerischen Sparkassenstiftung. Beide Partner hielten und halten an ihrem Engagement fest und so wird die Landesstelle auch in Zukunft in Kooperation mit den Partnern den Bayerischen Museumspreis als auch den Vermittlungspreis Museum vergeben können. 

Der Landesstelle wie den bayerischen Museen wünsche ich für die Zukunft alles Gute, Mut für neue Wege und den notwendigen Rückhalt, um die kommenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ihr
Dirk Blübaum