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| Aktuelles: „Cultural Heritage Response Unit” ist im EU-Katastrophenschutzverfahren einsatzbereit

Die von deutschen Partnern im Projekt „KulturGutRetter” entwickelte „Cultural Heritage Response Unit” (CHRU) ist seit Ende Februar 2026 offiziell im EU-Katastrophenschutzverfahren registriert und damit als einsatzbereit gemeldet. Im Falle von Natur- oder von Menschen verursachten Katastrophen kann Deutschland nach einem internationalen Hilfsersuchen bei der Notversorgung von bedrohtem Kulturerbe weltweit Hilfe leisten.

Die CHRU ist eines der ersten Module im europäischen Katastrophenschutzverfahren (UCPM), das sich auf die Nothilfe für beschädigtes oder bedrohtes Kulturgut spezialisiert. Vergleichbar mit bereits etablierten Katastrophenschutzeinheiten– etwa für die Personenrettung oder die Wasseraufbereitung – kann Deutschland die Unterstützung der CHRU anbieten, wenn ein Land nach einer Katastrophe internationale Hilfe ersucht. Nach Annahme des Hilfsangebots durch das betroffene Land kann die CHRU gemäß EU-Standards innerhalb von 96 Stunden entsendet werden. Der Einsatz der Einheit erfolgt in der Regel erst nach Abschluss der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Im Vollbetrieb umfasst die CHRU ein 43-köpfiges Team sowie 18 Tonnen Material, ausgelegt für Einsätze von mindestens 10 Tagen.

In der CHRU sind Fachleute aus dem Zivil- und Katastrophenschutz und aus dem Kulturgutschutz vereint. Das interdisziplinäre Team sichert im Auslandseinsatz mobiles und immobiles Kulturgut: „Mit der Einsatzbereitschaft der CHRU können die drei Partner einen starken Beitrag zum Schutz von Kulturgut weltweit leisten. Ein autarkes Konzept, spezialisierte Ausstattung, Standards und eine mehrstufige Ausbildung hat die Einsatzeinheit darauf vorbereitet. Getragen von einem interdisziplinären ehrenamtlichen Team, ist die CHRU bereit, Kulturgütern in Not und damit auch den von Katastrophen betroffenen Gemeinschaften zu helfen,“ so Alicia Rehberger, Referentin in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Arbeitsgruppe Ausland. Seit 2024 bildet das Projekt „KulturGutRetter”-Freiwillige und THW-Einsatzkräfte für diese Aufgaben aus. Unterstützt von einem Stab in Deutschland und in enger Abstimmung mit lokalen Behörden, übernimmt die CHRU im Einsatz Aufgaben wie Fernerkundung, Dokumentation, Evakuierung, Notkonservierung, Sicherung und Stabilisierung von mobilem und immobilem Kulturgut. Nach Abschluss der Erstversorgungsmaßnahmen wird das Kulturgut und gesammelte Daten an die zuständigen Institutionen vor Ort übergeben.

Zur Durchführung ihrer Einsätze verfügt die CHRU über eine spezialisierte Ausstattung zum Schutz von Kulturgut. Für immobiles Kulturgut, wie historische Gebäude oder Denkmäler, stehen Materialien zur Reinigung, Dekontamination und Objektstabilisierung bereit. Für mobile Güter, wie beispielsweise Sammlungen, hat das LEIZA im Rahmen des Projekts „KulturGutRetter” ein mobiles Notfalllabor entwickelt. „Durch die in den letzten Jahren durchgeführten Ausbildungen und Erprobungen und die für den Einsatz artikulierten minimalen Standards zur Handhabung von Kulturgütern sind die „KulturGutRetter”-Freiwilligen und Einsatzkräfte gut gerüstet, jederzeit in den Kulturgutschutz entsendet zu werden. Außerdem wurden die Module des Notfalllabors und das dazugehörige Equipment für die Einheit mobiles Kulturgut nach mehreren Tests überarbeitet und sind jetzt fit für den Ernstfall,“ erläutert Ulrike Lehnert, Restauratorin am Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA).

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